Über den Golfstrom

 

DER GESCHLOSSENE KREISLAUF

der

PLANETARISCHEN SUPERMEERESSTROEMUNG

 

 

by Monica Weger (wegermonica@yahoo.it)

copyright© 7 maggio 2001

 

Traduzione in italiano

 

Auch die neuesten hydrographischen Weltkarten zeigen ozeanweite Meeresstroemungen ohne dabei zu beachten, dass jederlei „Fliessen“ nur Teilerscheinung eines Kreislaufs sein kann: dieser muss sich irgendwo, -wie und -wann schliessen! (BILD A)

Daraus  ergibt  sich  die  Frage:

 „Warum  und  woher  und  wohin  fließt  eigentlich  der  Golfstrom ?

 

Bild A

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Man lernt den „Gulf Stream“ zunaechst als maechtigen, sich dem Golf von Mexiko entzwingenden und warmen „Fluss im Meere“ kennen. Seine Wassermassen sind kolossal: vergleichbar mit etwa tausend Mississippistroemen. Geschwindigkeit bei 1,5 km / h.

 Von der Florida Meerenge nach NO (Nord Ost) abstroemend, beteiligt sich der Golfstrom dann an der N-ATLANTISCHEN WIRBELSTROEMUNG. Davon zweigt dieser dann im Atlantik wieder als „gewaltiger Auslaeufer“ ab, um weiter nach NO vorzudringen.

Hier ist man nun bei der fuer NW-Europa so erstaunlich klimamildernden Meeresstroemung angelangt, die, am Nordkap vorbei, keineswegs im Eismeere irgendwie und -wo verschwinden kann, wie hingegen ausnahmslos dargestellt wird…! (BILD A)

Auf polnahen Breiten wird allerdings die Waerme dieser Fluten Minderung erleiden, NICHT aber ihre kinetische Tauglichkeit zum Weiterfliessen unter der Packeisdecke, wo sie der unmittelbaren Beobachtung inzwischen entzogen sind.

Wenn das nicht so waere, woher der dem Eismeere selbst entstroemende und so maechtige Labradorstrom? Und der Beringstrom?

Die Zubringerfluesse, wie Mackenzie, Ob, Jenisej und Lena, beteiligen sich zwar an der Speisung dieser zwei Meeresstroeme, aber nur zum allergeringsten Teil!

Beide diese kalten und polfluechtigen Stroeme sollten sich doch, mit dem von SW zuflutenden Golfstrom, in ein physikgerechtes Zirkulationssystem eingliedern lassen: der Labradorstrom waere dabei nur der sichtbare Abschnitt einer weiten Groenland einbeziehenden N- POLUMSTROEMUNG, und der Beringstrom duerfte dabei nichts anders sein als das transpolare Wiedererscheinen der immer noch nicht ganz abgekuehlten Fluten des Golfstroms!

(Fernsehbilder haben diese „noch nicht ganz abgekühlten Fluten“ als eisfreie

Schneise in der winterlichen Beringstrasse sogar deutlich zur Schau gebracht).

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Bild B

Es wird sich hier lohnen den kinetischen Schueben nachzuspueren, die so „weltweite“ Stroemungen ueberhaupt erregen koennen.

Obwohl heftig wehende Passatwinde, Waermeunterschiede, Gezeiten, Salzgehalt und Flussmuendungen an den ozeanischen Stroemungserscheinungen beteiligt sein moegen, wird es doch die Erde hauptsaechlich selbst sein muessen, die mit ihrem „Sich Drehen“ von W nach O die „traegen“ Wassermassen, im Bereiche des Aequators und der Tropen, so zu sagen „etwas zuruecklaesst“. Die Gewaesser „hinken nach“, eine leicht differentiale Umdrehungsgeschwindigkeit stellt sich ein!

Damit waere eine gegenseitige Verschiebung zwischen Festland und diesen Wassermassen gegeben und die Ursache der gewaltigen subtropischen Stroeme von O nach W vorerst in groben Zuegen geklaert.

Dieselbe Verschiebung erfahren ja auch die Luefte der Atmosphaere, die, vornehmlich im Bereiche des Aequators, auch nicht schnell genug der Erdumdrehung nachkommen und als OW-Winde den Sinnen zugaenglich werden.

Die Ursache der generellen OW-Drift („cum sole“) der Wassermassen auf niedrigen Breiten ist also die Erdumdrehung selbst und nicht, wie so oft gedeutet wird, das „Geblaese“ der Passatwinde, die ja auch nur als „Drift-Winde“ bezeichnet werden muessten.

Sogar die teleskopische Beobachtung der „Gas-Planeten“ Venus, Jupiter und Saturn laesst solche Schluesse, in Bezug auf die Dynamik ihrer Atmosphaeren, zu.

Keineswegs widersprechend erweisen sich die aequatorialen Gegenstroeme, die den Drang haben duerften einen Grossteil des von den nach W abtreibenden N- und S-Aequatorialstroemen verursachten „Wasserdefizits“ im O auszugleichen.

Die Tiefseestroemungen erklaeren sich durch den Umstand, dass diese auf engerem Erdradius als die Oberflaechenstroemungen fliessen.

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Bild D

Die Gesetze der „Rechts-Drift“ (Coriolis-Kraefte), denen alle sich auf der

N-Hemisphaere bewegten Objekte unterworfen sind, bewirken dann eine kontinuierliche Ablenkung nach RECHTS der nach W treibenden N-Aequatorialstroeme, und somit das Entstehen zweier, im Uhzeigersinne kreisender, ozeanweiter WIRBELSTROEMUNGEN (oder Zirkulationen):

1.      Die N - ATLANTISCHE WIRBELSTROEMUNG und

2.      die N - PAZIFISCHE WIRBELSTROEMUNG (Pazifik = Stiller Ozean)

Auf der S-Hemisphaere herrschen, hingegen, die Gesetze der „Links-Drift“, die fuer das Entstehen dreier, im Gegenuhrzeigersinne kreisender, ozeanweiter WIRBELSTROEMUNGEN verantwortlich sind:

3.      Die S - ATLANTISCHE WIRBELSTROEMUNG,

4.      die S - PAZIFISCHE WIRBELSTROEMUNG und

5.      die S - INDISCHE WIRBELSTROEMUNG.

Auf hoeheren Breiten, N wie S, scrumpfen allmaehlich diese ablenkenden „Coriolis-Kraefte“, sodass dort nun sinnverkehrte POLUMSTROEMUNGEN und „Turbolenzen“ zur Geltung kommen (BILD B).

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Nun wieder zurueck zu einer den Golfstrom selbst betreffenden Beobachtung.

Auf der Suche nach seiner „Herkunft“ stellt man „stromaufwaerts“ fest, dass ein gewaltiger „Auslaeufer“ des S-Aequatorialstroms im Atlantik den Aequator in SO-NW-Richtung schneidet und mit dem N-Aequatorialstrom, vor dem Einstroemen in die Karaibik, tangentiell mitflisst. (T)

Warum verbleiben diese von der S-ATLANTISCHEN WIRBELSTROEMUNG hier sich trennenden Fluten nicht erwartungsgemaess im Bereiche der S-Hemisphaere?

Kann diese „Umgiesstroemung“, von einer Hamisphaere zur anderen, mit dem fernen Beringstrom in Beziehung gebracht werden? Im Zuge der „Kontinuierlichkeit“ der Stroemungen muesste es so sein! Und ist auch so!

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Bild C

Die Schubkraefte, die die ozeaneigenen WIRBELSTROEMUNGEN erregen, waeren inzwischen geklaert, aber woher der masslose Ueberdruck („die Pumpe“), um besonders diese „Umgiesstroemung“ im Fliessen zu halten?

Nun, die auf das „Sich Drehen“ der Erde beruhenden Traegheitserscheinungen bewirken ein groesseres „Zurueckbleiben“ der Fluten im Indisch - Pazifischen Gesamtbecken als im Atlantik, denn die geographische Laenge am Aequator des ersteren ist rund viermal die des letzteren.

Die also etwa viermal kraeftigere „West-Drift“ dieser Fluten duerfte ausreichen um als „Ueberdruck“ die Betriebsenergie fuer eine, den grossen WIRBELSTROEMEN teilweise auferlegte, PLANETARISCHE SUPERMEERESSTROEMUNG zu liefern.

Die so im W des S-Indischen Ozeans anstroemenden und schubstarken Wassermassen muessten als Anteil die nun wieder warm gewordenen Fluten des fernen Beringstroms enthalten. Diese hier al Mosambiko Stroemung bekannt, fliessen dann in die S – POLUMSTROEMUNG um ueber den Benguellastrom im Atlantik den planetarischen Kreislauf zu schliessen (BILD B).

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Der Golfstrom erscheint somit nur al „Abschnitt“ einer geschlossenen PLANETARISCHEN SUPERMEERESSTROEMUNG, die, von den ozeaneigenen WIRBELSTROEMUNGEN mitgefuehrt, meaenderartig alle Weltmeere durchfliesst.

Das Atlantik–Arktis - Becken, in seiner Gesamtheit, waere dabei als „Durchflusstrog“ zu denken, und die Florida -, Bering -, Sonda - und Drake - Meerengen als „Drosselpaesse“ dieser nicht nur „ interozeanischen“ sondern auch „interpolaren“ Weltumstroemung.

Der SN – Umguss am Aequator im Atlantik waere somit vom NS – Umguss am Aequator im Indonesischen Inselgewirr ausgeglichen. (BILD B)

(Praktisch durchgeführte Versuche mit einem dazu gefertigten hydraulischen

Modelle bestätigen punktum die obigen Ausführungen (BILD D) .

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Z u s a e t z l i c h e    U e b e r l e g u n g e n                                   

  1. Man nehme an, zum Beispiel, die Beringstrasse waere noch eine Landbruecke zwischen Sibirien und Alaska (BILD C): da wuerden sich im N- atlantischen Grossraume folgende physisch-klimatischen Gegebenheiten einstellen (BILD B):

a)                  Der Golfstrom, der im hohen N die „Transpolare Stroemung“ wird, waere blockiert und N-Europa, sowie die Alpentaeler, wuerden wieder Eiszeit erleben, denn die „Warmwasser-Zentralheizung“ N-Europas waere unterbunden.

b)                 Das Atlantik-Arktis-Sammelbecken waere wieder ein „Binnenmeer“, ein „Sinus“, wie gerade die Ostsee, deren Botnischer Meerbusen im Winter immer vereist ist (man bedenke diesen Umstand).

c)                  Der Labradorstrom wuerde „seine“ Eisberge und das Treibeis ueber den Atlantischen Ozean bis herueber an die Kuesten W-Europas floessen.

          Das alles fuegt sich gut zu den Vorstellungen, die man sich von den klimatischen Verhaeltnissen der Eiszeit in Europa gemacht hat. 

  1. Das „Sich Oeffnen“, hingegen, der Beringstrasse im Laufe einer nicht allzuweit entfernten erdgeschichtlichen Epoche (Quartaer?), mit dem so bedingten „Sog“ nach NO eines warmen Auslaeufers der N – ATLANTISCHEN WIRBELSTROEMUNG (Ur – Golfstrom), koennte als kausal fuer den Rueckgang der quartaeren Vereisung in N- Europa und in den Alpentaelern gewertet werden.

 

Arch.  Monica  Weger

ANLAGEN

BILD  A  :   Das aequatorzentrische Weltbild der Meeresstroemungen, 2oo4;

BILD  B  :   Polzentrisches Weltbild der PLANETARISCHEN SUPERSTROEMUNG;

BILD  C  :   Ibidem der Meeresstroemungen bei hypothetischer Bering-Landbruecke;

BILD  D  :   Das Versuchsmodell (Simulation der Hydrosphaere).

 

 Portici  (Neapel),  den  2.  April  2004

 

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